Es ist bekannt, dass Bitcoin Mining so viel Energie wie ein mittelkleines Land verbraucht und damit sehr teuer ist. Das ist aber kein Fehler des Systems, sondern vielmehr notwendig.


Dossier Bitcoin Mining:
Bitcoin Mining: Der Energieschlucker – Ein Stand der Dinge
Verwendet Bitcoin zu viel Strom? – Ein Gastbeitrag von Energieforscher Robert Murphy
Warum Bitcoin Mining teuer sein muss – Kein Bug, sondern ein Feature
Bitcoin Mining gestern, heute und morgen – Übersicht über das Geschäftsmodell
China: Im Land der Bitcoin-Minen – Nicht mehr ganz aktuell, aber historisch 🙂
Mit Körperwärme Bitcoin minen – Bisher nur ein Versuch, aber trotzdem beunruhigend


Das besondere an jeder Kryptowährung ist das verteilte, digitale Kassenbuch und die ebenso dezentrale Validierung aller Transaktionen. Denn nur mit diesen Maßnahmen kann Betrug vorgebeugt werden.

Das Kassenbuch wird bei Bitcoin und vielen anderen Währungen durch Miner validiert. Die Form nennt man „Proof of Work“ – Beweis durch Arbeit. Die Miner dürfen die Transaktionen validieren, weil sie durch „Arbeit“ bewiesen haben, dass sie diese Rolle erfüllen können und dürfen.

Diese Arbeit muss teuer sein. Wäre sie es nicht, dann könnten Betrüger einerseits mit wenig Aufwand Transaktionen fälschen und andererseits hätten sie weniger Skrupel. Denn wer viel Geld in das Bitcoin-Netzwerk investiert, der möchte auch, dass es stabil und ehrlich bleibt.

„Proof of Work“ – der Arbeitsbeweis.

Es gibt für diese zugegeben recht abstrakte Idee ein Vorbild aus der Realität. Wir sagen: ohne Fleiß kein Preis. Nur wer hart arbeitet, produziert etwas von Wert. Es braucht „Arbeit“, um etwas Wesentliches zu produzieren. Wer im Physikunterricht aufgepasst hat weiß: Arbeit = Kraft x Zeit.

Kraft kann jedoch auf viele verschiedene Arten definiert werden. Kraft kann alles sein, von einem Körper, der körperliche Arbeit verrichtet, von einem Computer, der Elektrizität verbraucht, oder von einem Gehirn, das ein komplexes mathematisches Problem löst. Grundsätzlich kann alles, was Energie in irgendeiner Weise verbraucht, als Kraft angesehen werden. Indem wir dann unsere ermittelte konstante Kraft mit der Zeit multiplizieren, die benötigt wird, um eine Menge Energie zu verbrauchen, haben wir die verbleibende ‚Arbeit‘. Wenn wir uns dann anschauen, was wir aus unserer konsumierten Leistung herausholen konnten, haben wir eine ziemlich gute Skala, wie viel Arbeit benötigt wird, um eine Sache zu erschaffen.

Gold!

Die Arbeit, die benötigt wird, um etwas zu produzieren, kombiniert mit der Knappheit der Ware, sind zwei der wichtigsten Faktoren, um einen angemessenen Marktpreis zu bestimmen. Gold hat beide Eigenschaften und es ist eine Formel, die Jahrtausende überlebt hat.

Gold muss extrahiert oder aus der Erde selbst gewonnen werden, was über einen relativ langen Zeitraum eine beträchtliche Menge an körperlicher Arbeit erfordert, wodurch viel Arbeit für die Goldproduktion aufgewendet wird.

Kieselsteine sind nichts wert, denn es gibt sie in großer Zahl und sie sind leicht zu gewinnen.

Bitcoin glänzt golden

Bitcoin Mining imitiert den Goldabbau, denn es soll den gleichen Zweck erfüllen. Wertspeicher in Form von Geld oder Gold sind rein psychologische Produkte. Sie haben keinen Wert an sich. Daher braucht auch Bitcoin den physischen und psychologischen Effekt der schweren Arbeit.

Kryptowährungen „zwingen“ die Miner dazu, ihre Arbeit in Form von mathematischen Rätseln zu erledigen. Dafür braucht es Rechenkraft. Wer zuerst das Rätsel löst, erhält neu geschaffene Kryptowährung. Die Rätsel sind so gestaltet, dass sie die Faktoren Zeit und Stärke nutzen, um einen ausgewogenen Anreiz zu schaffen, indem sie den Schwierigkeitsgrad anpassen. Je mehr Teilnehmer an der Blockchain, desto schwieriger wird das Rätsel, desto mehr Energie braucht dessen Lösung, desto teurer wird der ganze Vorgang.

Dies ist eine digitale Simulation von Erzabbau. Je mehr Goldschürfer, desto schwerer ist es, Gold zu finden. Der Abbau wird damit teurer. Schlußendlich steigt der Wert des seltenen Metalls durch die Verknappung.

Es gibt andere Mechanismen, um Kryptowährungen zu validieren. Eine davon nennt sich „Proof of Stake“. Sie ersetzt die Arbeit durch den Besitz. Wer viel von einer Währung besitzt, darf validieren. Doch von den Vor- und Nachteilen sprechen wir ein anderes Mal.


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