Die Reserve Bank of India hat alle indischen Banken angewiesen, Konten von Krypto-Börsen und ihrer Nutzer einzufrieren. Der Bann tritt am 6. Juli 2018 in Kraft.

Ein Blick zurück in den November 2017: „Wir haben etwa drei Jahre gebraucht, um 100.000 registrierte Kunden zu gewinnen, im vergangenen Monat haben wir allein ungefähr 200.000 Kunden registriert“, erzählt Sathvik Vishwanath, Mitbegründer und CEO der indischen Kryptobörse Unocoin dem Magazin Quartz.

Unocoin Konkurrent Zebpay registrierte nach eigenen Angaben im selben Zeitraum bis zu 400.000 indische Neukunden pro Monat. Wer heute das Portal Zebpay besucht, erhält zuallererst diese Meldung:

„RBI und virtuelle Währungen: Durch die kürzliche RBI Aktion wurden alle Banken angehalten, Bankdienstleistungen zu stoppen mit Kunden, die mit virtuellen Währungen handeln…. Das Ergebnis ist jenseits unserer Kontrolle.. Wenn Sie also bei Zebpay Rupees haben oder einzahlen, könnte bald die Zeit kommen, wo wir nicht mehr auszahlen können.“

Was war passiert? Schon im Dezember 2017 kommen virtuelle Währungen auf den Radar der indischen Zentralbank „Reserve Bank of India“ (RBI). Über das Finanzministerium wird der Öffentlichkeit mitgeteilt, „es gäbe ein reales und erhöhtes Risiko einer Investitionsblase und Ponzi-(Betrugs)-Maschen.“

Noch werden Bürger nur auf die Gefahren hingewiesen, doch die RBI will Indien kryptofrei halten. Schon im Januar 2018 werden Banken angehalten, indischen Kryptobörsen die Aus- und Einzahlungen zu verweigern. Wenige Wochen später erklärt der indische Finanzminister Arun Jaitley, er werde dafür sorgen, dass Kryptowährungen nicht für illegale Tätigkeiten verwendet würden. Und was noch schwerer wiegt, dass sie nicht Teil des Zahlungssystems werden dürfen.

In den folgenden Wochen kämpfen Indiens Kryptobörsen einen aussichtslosen Kampf vor den indischen Gerichten. Vergebens, die RBI weist alle indische Banken an, jeglichen Geschäftsverkehr sowohl mit Börsen als auch mit Nutzern innerhalb von drei Monaten zu stoppen. Daraufhin bricht der Kryptomarkt in Indien um 90% ein.

Obwohl die Reserve Bank of India zugibt, dass der Krypto-Bann ohne jegliche Recherche über das Thema angeordnet wurde, werden alle Klagen zurückgewiesen. „Sie haben dieses Verbot erlassen, das monumentale Konsequenzen hat, ohne dass es zu einer gründlichen Untersuchung gekommen ist. Daher scheint es eine völlig oberflächliche Entscheidung zu sein“, sagte Nischal Shetty, Gründer und CEO von der Kryptobörse WazirX. Der Krypto-Bann tritt am 6. Juli 2018 in Kraft und wirft die ehemals tatkräftige indische Kryptobranche weit zurück.

 

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